Chilis machen nicht nur fade Gerichte interessant, sie können noch viel mehr. Sie bringen neben Schärfe auch viel Geschmack und gesundheitliche Vorteile.

Chili ist nicht gleich Chili
Wer aber denkt, dass es nur einen Typ von Chili gibt, der irrt sich gewaltig. Chilis existieren in einer schier endlosen Vielfalt an Formen, Farben und Schärfegraden. Die meisten Chilis reifen zu roten Schoten, es existieren aber auch Varianten, welche im reifen Zustand grün, gelb, orange, rot oder braun sind. Ebenso zahlreich sind die Varianten von Schoten. Am bekanntesten sind wohl die langen Schoten, es existieren aber auch kirschförmige, apfelförmige oder blockige Varianten. Ebenso unterscheiden sich die Größen, von wenigen Millimetern bis zu großen Früchten, grösser als Gemüsepaprika welche übrigens, Überraschung, auch zu den Chilis gehört.

Die Jagd nach dem Schärferekord
Die Schärfe von Chilis wird mit der so genannten Scoville Skala gemessen. Die Skala wurde vom Forscher Wilbur L. Scoville entwickelt, und wurde durch praktische Tests gemessen. Die Chili wurde dabei immer weiter mit Wasser verdünnt, bis keine Schärfe mehr feststellbar ist. Heute wird die Schärfe aber maschinell im Labor gemessen. Die Schärfe ist nämlich proportional zum Capsaicingehalt.

Mit der Entwicklung einer Skala begann auch das Rennen nach dem Schärferekord. Die erste bekannte Chili mit einem Rekord war die Sorte Habaneros, welche auf der Scoville Skala bei bis zu 350000 Einheiten liegt, fast so hoch wie kommerzielles Pfefferspray. Später wurde in Indien der so genannte Geisterpfeffer, auch Bhut Jolokia gennant, entdeckt. Sie wurde mit etwa 1.000.000 Scoville Einheiten gemessen. Diese Sorte startete das Rennen nach besonders scharfen Sorten. Kreative Züchter haben seither immer neue, immer noch schärfere Varianten entwickelt. Die zur Zeit schärfste Variante ist als Dragon’s Breath bekannt und wurde in Wales gezüchtet. Noch schärfere Varianten sind aber sicherlich schon unterwegs.

Der Siegeszug der Chilisaucen
Mit der Entdeckung von scharfen Chilischoten wurden auch immer mehr Chilisaucen entwickelt. Früher war Tabasco, eine Sauce aus der Tabasco Chili und Essig, die schärfste Variante. Heute werden aber auch aus den schärfsten Schoten der Welt Saucen hergestellt. Und da diese alleine manchen Leuten noch nicht scharf genug sind, existieren heute auch Extraktsaucen. Sie werden aus Alkoholextrakten von Chilis hergestellt. Da sich Capsaicin darin besonders gut löst enthalten sie mehr davon als die eigentliche Schote, und sind deshalb noch schärfer.